Das Wilhelminische Blog

Es ist Zeit über unsere Freiheit zu reden – die bedroht ist. Über unser Privatleben – das schon lange nicht mehr so privat ist wie es sein sollte. Es ist Zeit über die zu reden, die uns tagtäglich überwachen und die sagen, sie täten es zu unserem Besten. Und es ist schließlich Zeit über uns zu reden und uns zu fragen wieso wir eigentlich hinnehmen immer stärker, immer penetranter, immer lückenloser kontrolliert zu werden. Es geht um unsere Grundrechte und letztlich um unsere Freiheit und Demokratie.

Facebook, die Bundesregierung & die Taskforce

Am von Wilhelm Ahrendt geschrieben
Facebook lässt Maas abbltzen

Die Bundesregierung hat Facebook, Google und Twitter nun dazu gedrängt eine „Taskforce“ einzurichten. Ob das eine gute Idee ist?

Heiko Maas und Chefs der großen Internetkonzerne, Facebook, Alphabet (Google heißt nämlich gar nicht mehr Google!) und Twitter. haben nun etwas wirklich großartiges geleistet. Etwas so atemberaubendes, dass es einem … eben den Atem raubt. Nein, es ist nicht der Glasfaserausbau für alle. Nein, es ist nicht die Lösung des Ukrainekonflikts. Nein! Es ist nichts geringeres als die Internettaskforce.

Die Internettaskforce löst alle Probleme, die Deutschland zurzeit hat. Die Abschaffung aller Pegida-Anhänger per Mausklick. Nein, jetzt mal ehrlich. Die Idee klingt im ersten Moment ja ganz nett. Die Bundesregierung bewegt Alphabet (also Google), Facebook und Twitter dazu eine Sonderabteilung aufzubauen, in der alle Kommentare, Postings und Videos, Bilder, etc. landen sollen, wenn diese jemand meldet. Binnen 24 Stunden sollen diese dann auch noch bearbeitet und im Zweifel gelöscht sein. Dass das nicht klappt, ist wohl allen klar – mit Ausnahme von Hans Peter Uhl vielleicht, aber der ist entschuldigt.

Es ist nicht nur problematisch, dass sich die Politik, in Form der Bundesregierung, in die Rede- und Publikationsfreiheit einmischt, sondern es ist vor allem Problematisch, dass sie es nicht denen überlässt, die dafür da sind: die Strafverfolger und unabhängige Gerichte. Wenn nun die Bundesregierung dafür sorgt, dass bestimmte Inhalte nicht mehr zugänglich sind, ist der Weg nicht weit eine Aufweichung zu fordern. Darin könnte dann zum Beispiel die Kritik an Hans Peter-Uhl, als „böse“ definiert sein, was zur Lösung führen würde.

Das Problem ist sicher nicht einfach durch ein Verwaltungsdokument zu lösen, es ist auch nicht durch Zensur lösbar. Es ist durch Aufklärung lösbar. Wenn die Politik unbedingt ihren Teil dazu beitragen will, dann ist sie Herzlich dazu eingeladen ihre Rolle wahrzunehmen.

Es ist mit Sicherheit zielführender mal zu hören, wovor diese Menschen Angst haben, die  hasserfüllte oder beleidigende Postings im Internet hinterlassen. Vielleicht fühlen sich diese Menschen ungehört, haben keinen rechten Anker im Leben und vegetieren in Tristesse, in ihren Plattenbauwohnungen, am Rande der Stadt und Gesellschaft dahin.

Lieber Heike Maas, Sie sind Mitglied der SPD und machen neoliberale Politik, machen Sie in der SPD doch mal wieder was für die kleinen Leute, die ,die in ihren Plattenbauwohnungen am Rande der Gesellschaft sind. Die, die kaum von ihren drei Minijobs leben können und abends trotzdem noch Flaschen sammeln müssen. Der Weg ist vom BMJ gar nicht so weit. In einer halben Stunde sind Sie mit der U Bahn mitten in Marzahn. Dort, wo es viele Menschen gibt, die eigentlich mal zur SPD Klientel gehörten. Hören Sie den Menschen zu und setzen Sie das gehörte dann in reale Politik um.

Die Taskforce bringt bei dem Problem leider auch nichts. Auf Facebook werden Abermillionen Beiträge am Tag verfasst, wenn davon nur 1% gemeldet wird, sind das immer noch viele Datenberge, die da gesichtet werden müssen. Das sit wohl kaum möglich so profunde Entscheidungen zu treffen.

Ein Besuch im NSA Untersuchungsausschuss mit Weltraumtheorie und Kronjuwelen

Am von Wilhelm Ahrendt geschrieben
Collage Bundestag BND © CC-BY-NC-SA Wilhelm Ahrendt
Vor ein paar Stunden näherte sich der Tag im NSA Untersuchungsausschuss dem Ende. Am Ende ging es nochmal hoch her. Es ging um die sogenannte Weltraumtheorie.

Es ist ein sonniger Herbsttag, die Berliner Polizei riegelt den Zugang zum Besuchereingang des Reichstages ab – es ist nur ein Provisorium, aber eines, das schon fünf Jahre da ist. Übertragungswagen der großen deutschen TV- und Radiosender stehen vor dem Haupteingang zum Paul-Löbe-Haus. In diesem Haus tagen die Ausschüsse des Bundestages, hier wird Politik gemacht, nicht im Plenum. Es ist aber nicht irgendein Tag, nein, es ist der Tag, an dem der Vertrauensmann der Bundesregierung im NSA Untersuchungsausschuss als Sachverständiger öffentlich gehört werden soll. Kurt Graulich ist sein Name. Der Bericht ist nicht mehr ganz unbekannt, etwa eine Woche zuvor wurde er bereits veröffentlicht. Dennoch, es sind viele Fragen offen. Fragen, ähnlich dieser: „Warum sind zwei Absätze im Bericht, des unabhängigen Vertrauensmannes, identisch mit einem alten Gutachten des BND; und warum wird nicht darauf hingewiesen?“ Es wird viel erwartet. Entsprechend groß ist der Andrang der Besucher. Viele vertraute Gesichter sind zu sehen, aber auch viele unbekannte.

Beim Einlass wird mir gesagt, dass sich der Beginn nach hinten schiebt. geschäftig gehen Männer in grauen Anzügen an mir vorbei, achtlos gehen sie ungehindert in das Haus, denn sie haben Dienstausweise von Ministerien oder Hausausweise des Bundestages.

Wir, die gemeinen Bürger, müssen noch eine knappe weiter lesen …

Massenterrorismus: Terroristen und Flugzeuge

Am von Wilhelm Ahrendt geschrieben
Flughafenpolizei im Airport Zürich Flughafenpolizei im Airport Zürich © CC-NC-SA 3.0 via Wikimedia

Es ist nicht einfach in einer Zeit nach 9/11 über Sicherheitsmaßnahmen zu sinnieren und diese meist als nutzlos zu identifizieren. Welchen Sinn ergibt es eigentlich die Schuhe auszuziehen und Flüssigkeiten in Fläschchen zu je 100ml zu füllen, bevor man ein Flugzeug betritt?

Ein langer Tag geht am Flughafen Berlin-Tempelhof (Otto-Lilienthal), mit dem täglichen eintreten des Nachtflugverbotes zu Ende. Ein letzter wird abgefertigt, eine Maschine der Air Berlin nach Tel Aviv. Sicherheitsbedienstete Tasten routiniert Fluggäste ab und durchsuchen ihr Gepäck mit Röntgenstrahlen akribisch. Denn, jeder hier steht unter Terrorverdacht und könnte verbotene Gegenstände mit an Bord bringen.

Brav ziehen alle Reisenden die Schuhe aus, zeigen den Inhalt ihrer Taschen. Sie ziehen Gürtel aus den Hosen, suchen ihr Kleingeld zusammen – werfen alles in kleine Plastikkisten. Man hat Verständnis, denn es geht schließlich darum die Sicherheit auf dem Flug sicherzustellen, zumal auf einem solchen Flug nach Israel, wo doch dort das ganze Land in Angst und Schrecken vor islamischen Extremisten lebt. Auf einem solchen Flug in ein Land, über das man in den Nachrichten nur hört, wenn wieder Siedlungen beschossen werden, wenig später Vergeltungsmaßnahmen aus den muslimischen Stellungen in den Nachbarländern ergehen. Krieg.

Löchrige Sicherheit

Bordgepäck Screening am Flughafen
Bordgepäck Screening am Flughafen
© CC-0 / Public Domain

Haben Sie sich schon mal überlegt wie Sie vorgehen würden, wollten Sie einen spektakulären Anschlag auf Luftfahrtinfrastruktur durchführen? Sicher nicht, denn Sie sind ja kein Terrorist! Ich auch nicht. Aber ist es Ihnen noch nie so gegangen, dass Sie in der endlosen Schlange vor dem Gate standen, sich vor Langeweile umsahen und das Treiben des Flughafenpersonals beobachteten?

Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich beobachtete, wie ein unscheinbarer Mann, sicher nicht sehr gut bezahlt, mit einem einfachen Schlüssel ausgestattet, eine Tür öffnete. Nicht irgendeine Tür, nein, sondern die neben der Sicherheitsabfertigung der Flugpassagiere. Sie führte in den Sicherheitsbereich, zu dem Sie als Passagier nur nach gründlichen Kontrollen Zugang haben. Doch er war plötzlich drin – ohne Kontrolle, ohne Metalldetektor, ohne Beobachtung. Der Mann hat übrigens leere Gepäcktrolles hineingeschafft.

Wer Gepäcktrolles hineinschaffen kann, kann sicher auch kleine Pakete oder Briefumschläge mit Pulvern, wie Anthrax (Milzbrand), in das Gate bringen. Wer es durch den Sicherheitscheck geschafft hat, ist quasi im Flugzeug. Eine terroristische Vereinigung würde sicher eher einen Weg über den unscheinbaren Trolley-Mann arrangieren. Personal das in die Flugzeuge darf oder gar auf das Rollfeld hinaus, das kommt sicher auch relativ leicht in das vermeintlich sichere Gate hinein.

Oder haben Sie sich schon mal überlegt wie Ihr Gepäck ins Flugzeug kommt? Ist es durch den Checkin wird das Passagiergepäck nur noch einmal oberflächlich überprüft – das „Last Baggage“  wird sicher noch weniger geprüft.

Würde ich es aber drauf ansetzen, das Flugzeug gar nicht erst betreten zu wollen, beziehungsweise  wenige Menschen involvieren zu müssen, schließlich ist es aufwendig Leute in Flughäfen einzuschleusen, dann wäre es doch ein leichtes einfach die Fracht zu nutzen. Jedes Flugzeug führt Fracht mit sich, damit machen Airlines ihr eigentliches Geld. Fracht kann Post sein, Fracht können Päckchen sein und ähnliches. Dass ich nicht selbst auf diese Idee gekommen bin, sollte Ihnen klar sein, denn das gab es schon mal. Und es ist nur an einer schlecht gebauten Bombe gescheitert, die sich im Jahr 2010 in Tonerkartuschen für Laserdrucker befand.

Weitermachen!

Die Devise lautet aber trotzdem: „Weitermachen!“. Denn wer diese Maßnahmen am Flughafen anzweifelt wird schnell sanktioniert, wer sich weigert beim Persönlichkeitsrechtestriptease mitzumachen, kann nicht ins Flugzeug steigen und fliegen. Vermutlich bekommt man auch noch einen Sperrvermerk und wird von da an nicht nur am Flughafen verschärften Kontrollen unterzogen, sondern auch im Straßenverkehr, an Bahnhöfen oder anderen Personenkontrollen, wie es ja zum Teil bereits üblich ist, wenn man in einer entsprechenden Polizeidatenbank vermerkt ist.

Längere PIN für iOS 9

Am von Wilhelm Ahrendt geschrieben
iOS 9 Icon

Mehr als vier Stellen für die Code-Sperre, unter Apples mobilen Betriebssystem iOS, sind schon lange eine Sache, die ich mir wünschte. Nun ist es mit iOS 9 möglich.
Schon lange habe ich mir gewünscht mehr als nur vier Stellen für meine PIN einstellen zu können. Sicher, das war schon immer möglich, wenn man in den Einstellungen ein anderes Kennwort hinterlegt hatte. Allerdings ging das einher mit der umkomfortablen Einblendung der kompletten Tastatur, statt nur des Ziffernblockes.
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Neuer Podcast: „NSA Ausschuss“

Am von Wilhelm Ahrendt geschrieben
Das Cover des Podcasts "NSA Ausschuss" - Photographer: M. Chang Sing Pang mchang@gmx.net

Der Name ist Programm. Es gibt einen neuen Podcast im Podcastuniversum. Er nennt sich schlicht „NSA Ausschuss“.

Der schlichte Name verrät das Programm. Es geht um den seit April 2014 im Bundestag tagenden NSA Untersuchungsausschuss. Da die Sitzungsprotokolle des parlamentarischen Untersuchungsausschusses, kurz PUA, nicht vom Bundestag veröffentlicht werden ist man auf einige Tricks angewiesen, so berichtet Netzpolitik regelmäßig im Live Blog vom Ausschuss. Dabei kommt allerdings nicht die Stimmung im Saale rüber und es wird durch die Bedingungen vor Ort natürlich auch gekürzt.

Dieses Manko soll der Podcast brechen. Es soll mit Hilfe der gelenkten Protokolle des Ausschusses ein die Situation vor Ort nachgestellt werden. Hierzu wird das stenografische Wortprotokoll als Grundlage genutzt, es wird an die Bedingungen eines Podcasts angepasst werden, sowie an die technischen Gegebenheiten – wie Anzahl der zur Verfügung stehenden Sprecher, wie in der Folge 0 des NSA Ausschuss Podcasts erklärt wurde.

Ein Blick auf die Website und ein kostenfreies Abonnement des Podcasts lohnt auf jeden Fall, denn bis jetzt gibt es noch kein ähnliches Projekt zu dem Themenkomplex. Wenn es wird, wie es versprochen ist, liegt eine Menge Arbeit vor dem Team und viele spannende Stunden für die Zuhörer.

Die Website des Podcasts findet man im „Bürokraten- Design“ mit Schreibmaschinen-Schrift und ausgeblichenem Aktenpapier unter www.NSA-Ausschuss.de. Natürlich ist er bei iTunes gelistet oder als klassischer Feed abonierbar als oder MP4 oder als Fallback auch als MP3. Viel Spaß beim Zuhören und Weitersagen!

555 Tage NSA Untersuchungsausschuss – Winterpause adé

Am von Wilhelm Ahrendt geschrieben
Collage Bundestag BND © CC-BY-NC-SA Wilhelm Ahrendt

Am 20. März 2014 beschloss der 18. deutsche Bundestag die Einsetzung des NSA Untersuchungsausschusses. Was geschah eigentlich seit dem? Der Ausschuss beginnt …

Nach der parlamentarischen Winterpause: geht es weiter mit dem NSA Ausschuss

Die Winterpause im Parlament ist vorüber, der Chaos Communication Congress auch. Der NSA Untersuchungsausschuss geht weiter. weiter lesen …